Bedrohtes Wasser

Seit Jahrhunderten dient Wasser dazu, Abfälle wegzuspülen. Während der Industrialisierung nahmen jedoch die Bevölkerungsdichte und die Menge biologisch nicht abbaubarer Abfallstoffe immer mehr zu. Die Bergwerke, die wachsende Eisen- und Stahlproduktion und die entstehende chemische Industrie verursachten große Mengen giftiger Abwässer.

Mit der Einführung der modernen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung verbesserte sich die Qualität des Trinkwassers. Auch rechtliche Vorgaben und die Weiterentwicklung der Produktionstechniken dämmten die negativen Einflüsse ein; die Folgen des modernen Konsums beeinträchtigen die Wasserqualität aber bis heute. Wir alle tragen dazu bei – lang ist die Liste der von uns genutzten Produkte, deren Spuren sich im Wasser dauerhaft wieder finden. Auch die Landwirtschaft steht in der Kritik. Die intensive und spezialisierte Produktion von Lebensmitteln hat Folgen für Gewässer und Grundwasser. Der Einsatz von Kunstdüngern und Pflanzenschutzmitteln und die organisch belasteten Abwässer werden in der jüngsten Zeit viel diskutiert – ebenso der hohe Wasserverbrauch. Obwohl in unseren Breitengraden derzeit noch kein dauerhafter Wassermangel besteht, machen sich die ausgedehnte Nutzung von Wasser und die Veränderung des Klimas auch bei uns bemerkbar. 

Das inzwischen gängige Verbot der Gartenbewässerung in heißen Sommern ist nur ein Vorbote eines größer werdenden Problems. Fast paradox erscheint, dass es gleichzeitig zu mehr Überschwemmungen kommt. Ursächlich sind neben häufiger werdendem Starkregen die Begradigungen von Flüssen. Durch diese haben nicht nur viele Arten ihren Lebensraum verloren, auch die natürliche Dämpfung von Hochwasser fehlt nun

Dr. Vera Hierholzer, Museum Industriekultur Osnabrück