Genutztes Wasser

In unserem Tagesablauf spielt Wasser ständig eine Rolle – natürlich beim Trinken, aber auch beim Zähneputzen, Wäschewaschen,  Kochen, Putzen und bei Vielem mehr. Die zuverlässige Versorgung mit sauberem Wasser und die Entsorgung beziehungsweise Aufbereitung des Schmutzwassers sind in westlichen Industrienationen seit dem späten 19. Jahrhundert immer mehr zu Selbstverständlichkeiten geworden. Hunderte von Kilometern lang sind die komplexen, für uns meist nicht sichtbaren Rohrleitungen und  Kanäle, die unter unseren Siedlungen in der Erde verlaufen; sie verbinden Wasserspeicher, Wasserwerke, Kläranlagen und Haushalte.

Auch in vielen Wirtschaftsbranchen ist Wasser unabdingbar. Die Kraft von Fließgewässer wird seit jeher zur Energiegewinnung genutzt und erhält in jüngerer Zeit wieder mehr Bedeutung. Für die Industrialisierung war Wasserdampf entscheidend – er trieb die neuen, alles beschleunigenden Dampfmaschinen an. Wasser ist selbst Produkt, es dient als Trägerflüssigkeit und Verdünnungsmittel, als Kühl- und Kältemittel, zum Lösen und Reinigen sowie nicht zuletzt als Verkehrsweg. Ohne den Handelsverkehr auf den Weltmeeren und die Binnenschifffahrt auf natürlichen und künstlichen Wasserstraßen wäre der globalisierte Warenverkehr nicht möglich.

Neben diesen grundlegenden Nutzungen ist Wasser ein wichtiger Freizeitfaktor: Zahlreiche seit dem 19. Jahrhundert entstandene Wassersportarten zeugen von der Freude der Menschen jeden Alters, sich im und auf dem Wasser zu bewegen. Seen, Flüsse und Moore sind beliebte Naherholungsgebiete, die Küsten der Meere Urlaubsziele und Sehnsuchtsorte für Millionen. Nicht zuletzt wird Wasser heilende Kraft und spirituelle Bedeutung zugesprochen, in der Medizin und in zahlreichen Religionen hat es einen grundlegenden Stellenwert.

Dr. Vera Hierholzer, Museum Industriekultur Osnabrück

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