Natürliches Wasser

Mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Die Wasservorkommen der Erde umfassen etwa 1,4 Milliarden km3, das entspricht dem Volumen eines Würfels mit 1120 km Kantenlänge! In seinen unterschiedlichen Formen – fest, flüssig und gasförmig – zirkuliert „Das Blut des Planeten“ (Leonardo da Vinci) ständig im globalen Kreislauf. Die Wissenschaft geht davon aus, dass Wasser der Entstehungsort des Lebens ist. Für Menschen, Tiere und Pflanzen ist es Lebensgrundlage und Lebensraum. Nur vier Tage kann ein Mensch ohne Wasser überleben. In allen Organismen spielt es als vorherrschendes Medium bei fast allen Stoffwechselvorgängen eine entscheidende Rolle. Es beeinflusst maßgeblich das Klima und ist Basis nahezu aller Wettererscheinungen.

Neben seiner lebensspendenden und lebenserhaltenden Funktion hat Wasser auch eine zerstörende Kraft, wie Hochwasser, Überflutungen und Unwetter immer wieder deutlich machen. Diese sind allerdings zunehmend Folgen der menschlichen Eingriffe in die Natur. Seit jeher prägt Wasser Landschaften, formt Gesteine und Gebirge. Es gliedert und versorgt Naturräume und ist Ausgangspunkt menschlicher Siedlungen. 

Auch die Region Osnabrück ist durch zahlreiche Seen, Bäche, Flüsse, Moore und Feuchtgebiete gekennzeichnet, allen voran die Hase, die den Landkreis und das Stadtgebiet Osnabrück durchzieht.

Die Hase ist auch ein Beispiel dafür, wie stark der Mensch natürliche Wasservorkommen verändert. Erst in jüngerer Zeit ist ein Bewusst sein für die Auswirkungen auf die Ökosysteme entstanden, deren Artenvielfalt sich bereits erheblich reduziert hat. Verstärkt bemühen sich deshalb verschiedene Akteure um eine Annäherung an ursprüngliche Formen durch Renaturalisierung und Revitalisierung. Zurück zur Natur – so lautet zumindest das Ideal.

 

Dr. Vera Hierholzer, Museum Industriekultur Osnabrück